Valuating the built environment is always part of a process of valuation influenced by political, economic and social circumstances. With the fifth interdisciplinary colloquium at BTU Cottbus-Senftenberg, the Research Training Group 1913 Cultural and Technological Significance of Historic Buildings will focus specifically on the changing valuation of the built environment.

Ever since antiquity, negotiating values has been part of philosophy and, with the advent of capitalisation of the modern world, theories of valuation have been discussed explicitly since the 19th century. Generally, values can be defined as something, which “for various reasons is being singled out from reality and presents itself as desireable and necessary for him, who valuates” (P. Baran, 1990).

Values direct human behaviour, which is always oriented towards the future and therefore imbued with uncertainty. Valuation bridges the gap between knowledge and action. Planning processes in particular are always linked to valuation, because they are directed towards the future and values are fundamental for the necessary decision making processes. At the same time, preservation and adaptation of built structures are based on long-existing patterns of thinking and deeply ingrained value systems. Phenomena of shifting values can be observed when planning from scratch, when changing existing structures, during renovation and structural reinforcement.

At the interdisciplinary colloquium, processes of value appropriation, value internalisation and the (individual) formation of values will be discussed using specific examples from construction and planning history. These processes can range from antiquity to the present time and should be discussed using an interdisciplinary approach. The colloquium would like to specifically engage disciplines such as archeology, architecture, construction history, architectural conservation, engineering, art history, sociology of space, urban and regional planning.


Die Einschätzung der gebauten Umwelt unterliegt immer einem Wertungsprozess, der von politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen beeinflusst ist. Das DFG-Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ widmet sich mit dem 5. Querschnittskolloquium explizit solch wandelnden Wertzuschreibungen an der gebauten Umwelt.

Seit der Antike ist das Aushandeln von Werten Gegenstand der Philosophie und seit dem 19. Jahrhundert werden vor dem Hintergrund der Kapitalisierung der modernen Welt Wertetheorien explizit diskutiert. Allgemein können Werte als etwas bezeichnet werden, das „aus verschiedenen Gründen aus der Wirklichkeit hervorgehoben wird und als wünschenswert und notwendig für den auftritt, der die Wertung vornimmt“. Werte bestimmen das menschliche Handeln, das immer zukunftsorientiert und somit mit Unsicherheit behaftet ist. Wertungen ermöglichen es, die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu überbrücken. Insbesondere Planungsprozesse sind beständig mit Wertungen verbunden, da sie zukunftsorientiert sind und bei den erforderlichen Entscheidungsprozessen immer auf Werte zurückgegriffen werden muss. Zugleich liegen dem Erhalt oder der Weiterentwicklung baulicher Gefüge tradierte Denkmuster und lange verinnerlichte Wertesysteme zu Grunde. Phänomene des Wertewandels lassen sich sowohl bei Neuplanungen als auch Umbau, Instandsetzung und Ertüchtigung beobachten.

Im Rahmen des Querschnittskolloquiums sollen Prozesse der Wertaneignung, der Wertverinnerlichung und der (individuellen) Wertentstehung an konkreten Beispielen aus Bau- und Planungsgeschichte diskutiert werden. Diese Prozesse können von der Antike bis in die Gegenwart reichen und sollen interdisziplinären Betrachtungsweise unterzogen werden. Dabei sind vor allem die Disziplinen Archäologie, Architektur, Baugeschichte und Bauforschung, Bautechnikgeschichte, Denkmalpflege, Ingenieurwissenschaften, Kunstgeschichte, raumbezogene Sozialwissenschaften, Stadt- und Regionalplanung angesprochen.

Die Konferenzteilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung unter [email protected] wird bis 24.9.2019 gebeten.


The conference participation is free.

Please register at: [email protected] until 24 September 2019.